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11.04.2019 - Nachhaltigkeit Migros-Einsatz für Tierwohl in Brasilien

Zürich - Die brasilianischen Poulet-Lieferanten der Migros stellen ihre Produktion auf Schweizer Tierschutz-Vorschriften um. Andreas Schmidli, Tierwohl-Experte im Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), hat ein Audit vor Ort begleitet. Im Interview zieht er eine positive Bilanz und erklärt, was noch zu tun ist.

Küken in Ungarn

Herr Schmidli, welche Bedeutung hat brasilianisches Poulet für die Migros?
Die Schweizer Landwirtschaft kann die steigende Nachfrage nach Poulet nicht allein decken. Deshalb sind wir auf importe angewiesen, insbesondere für verarbeitete Produkte wie Chickennuggets, bei denen der Preis eine grosse Rolle spielt. Umso schöner, können wir nun auch für preissensible Kunden Produkte mit vertretbarem Tierwohl-Niveau anbieten.

Inwiefern ist die Geflügelproduktion in Brasilien mit jener in der Schweiz vergleichbar? Was ist komplett anders?
Die Poulet-Produktion in Brasilien ist sehr divers. Zum einen gibt es eine Vielzahl von klimatischen Zonen, die sich auf die Produktion auswirken. Dabei gibt es sehr grosse Betriebe mit vielen und grossen Ställen ohne Tageslicht, aber auch kleine Familienbetriebe mit offenen Ställen. Wir fokussieren uns auf die zweite Variante. Diese bestehen in ähnlichen Strukturen wie in der Schweiz. Wie bei uns werden die einzelnen Bauern durch einen Schlachthof koordiniert, für den sie die Hühner aufziehen.
 
Was müssen die beiden Produzenten noch verbessern, um die Schweizer Mindeststandards zu erfüllen?
Sehr vieles läuft schon richtig gut. Die Hühner haben frische Luft und Tageslicht. Die Besatzdichte ist auf Schweizer Niveau reduziert. Nun müssen die Produzenten noch verschiedene kleinere Anpassungen erledigen, um letztendlich das Zertifikat der externen Kontrollstelle zu erhalten. In den Ställen müssen etwa Verletzungsgefahren – wie Nägel – entfernt werden. Zudem müssen im Schlachthof der Abladebereich umgestaltet und die Betäubungsparameter auf die spezifischen Schweizer Normen eingestellt werden.