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Für das Wohl der Bienen

Bienen sind die Bestäuber vieler Pflanzenarten. Entsprechend wichtig sind sie für den Menschen und eine vielfältige Natur. Die Zahl der Bienenvölker ist weltweit rückläufig. Deshalb setzt sich die Migros in den letzten Jahren vermehrt für den Schutz der Bienen ein. Gleichzeitig sensibilisiert sie die Bevölkerung.

Biene in Mohnfeld

Erhebliche Rückgänge der Honig- und Wildbienen wurden in den letzten Jahrzenten weltweit beobachtet. Zwischen 1985 und 2005 gingen allein in Europa durchschnittlich 16% der Honigbienenkolonien verloren. Hierzulande profitieren etwa 13% der Kulturpflanzen, wie zum Beispiel viele Obst- und Gemüsesorten oder Kräuter, durch die Bestäubung von Insekten. Ohne Bienen fehlt es nicht nur an Honig: Aufgrund ihrer entscheidenden Rolle im Ökosystem als Pflanzenbestäuber ist die Landwirtschaft beeinträchtigt. Deshalb ist der Schutz und die Förderung von Bienen für die Migros ein wichtiges Anliegen. Sie setzt verschiedene Massnahmen und Projekte um, die dem Wohl der Bienen zu Gute kommen.

Verzicht auf Wirkstoffe

Die Reduktion der Populationen ist auf verschiedene Faktoren zurück zu führen. Man nimmt an, dass sich unterschiedlichen Ursachen gegenseitig verstärken. Experten gehen davon aus, dass Chemikalien aus Pflanzenschutzmitteln für das Bienensterben mitverantwortlich sind – insbesondere wenn sie nicht fachgerecht angewendet werden. Die Studie „Bye bye Biene?“ von Greenpeace aus dem Jahr 2013 erwähnt sieben kritische Wirkstoffe in Pflanzenschutz- und Insektenmitteln, welche aufgrund ihrer bienenschädlichen Wirkung möglichst ersetzt werden sollten. Greenpeace hat einige Wirkstoffe identifiziert, die zusätzlich zu einer direkten, auch bei einer indirekten Exposition für Bienen schädlich sind. Das heisst, es besteht auch bei der korrekten Anwendung für Bienen weiterhin eine Gefahr. Zu den in diesem Zusammenhang beobachteten Auswirkungen zählen bspw. eine erhöhte Sterblichkeit und Entwicklungsstörungen bei Larven. Die Migros hat diese Erkenntnis ernst genommen. Sie führte ursprünglich 10 Produkte, die diese Wirkstoffe beinhaltet haben. Diese Produkte wurden vollständig liquidiert oder umgestellt. 

IP-Suisse-Bauern, die für die Migros Produkte unter dem Label TerraSuisse produzieren, verzichten auf ihren Kulturen gänzlich auf den Einsatz der sieben von Greenpeace als bienenkritisch eingestuften Wirkstoffe (vgl. Studie „Bye bye Biene?“). Die Migros hat sich massgeblich dafür eingesetzt, dass diese Neuerung in die Anbaurichtlinien aufgenommen wurden.

Lebensraum schaffen

Aktuell leben in der Schweiz rund 170'000 Bienenvölker, dies entspricht durchschnittlich 4.5 Bienenvölkern pro Quadratkilometer. Um überleben zu können, brauchen Bienen und andere Insekten vielfältige Blütenangebote und Nistplätze. In Zusammenarbeit mit den IP-Suisse Landwirten hat die Migros zwischen 2010 und 2013 den artenreichen Lebensraum auf IP-Suisse Bauernhöfen verdoppeltIn den Jahren 2014 und 2015 schaffte die Migros auf Firmenarealen weitere 2,7 Millionen Quadratmeter naturnahen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, welcher auch eine Lebensgrundlage für Bienen bildet. Die naturnahen Firmenareale werden von der Stiftung Natur & Wirtschaft zertifiziert. 

Verschiedene Genossenschaften betreuen Bienenkästen mit eigenen Völkern auf Flachdächern ihrer Filialen, ernten den Honig und betreiben vereinzelt Forschung zu wissenschaftlichen Zwecken. Ein Beispiel: Das Migros Einkaufszentrum MParc La Praille steht mitten in Genf-Carouge, umgeben von Industrie und Wohnquartier. Seit 2010 werden hier auf dem Flachdach Bienenvölker gehalten. Jedes Jahr werden zwei bis drei Bienenkästen aufgestellt, jeder Kasten beherbergt 40'000 bis 60'000 Bienen. Die Bienenkästen werden von einem Mitarbeiter überwacht, einem ausgebildeten Imker. Der Honig – rund 40 bis 45 kg pro Jahr – wird an einem Stand im Einkaufszentrum verkauft, so können die Kundinnen und Kunden gleichzeitig über die Wichtigkeit der Bienen für die biologische Vielfalt sensibilisiert werden. Der Erlös kommt dem regionalen Bienenzuchtverein zu Gute.

Die Migros sensibilisiert ihre Kundinnen und Kunden auch über verschiedene andere Engagements und ermöglicht es ihnen, einen aktiven Beitrag zum Schutz der Bienen zu leisten. So konnten sie im März 2013 via Internet kostenlos ein Blumen-Sachet bestellen. Die Samenmischung enthielt eine Blumenmischung, welche besonders reichhaltig Nektar und Pollen erzeugt und so eine  wichtige Nahrungsquelle für Honigbienen und andere  Bestäuber bietet.

Migros-Gruppe fördert Bienenprojekte

Imkerei wird von den rund 18'000 Bienenhaltern in der Schweiz vor allem als Hobby betrieben. Der Verein Deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB) bietet seit November 2014 den ersten Lehrgang zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis an. Der modular aufgebaute Lehrgang vereint Theorie und Praxis und dauert insgesamt 27 Tage, verteilt über drei Jahre. Der Förderfonds Engagement Migros unterstützt dieses Projekt substanziell, damit das Weiterbildungsprogramm schnell aufgebaut werden kann.

Parallel dazu ermöglicht Engagement Migros ein Dokumentationsprojekt, das praktisches Wissen über die Bienengesundheit systematisch erfasst, aufbereitet und all jenen, die den Lebensraum der Wild- und Honigbienen schützen können, zur Verfügung gestellt. Die Website bienenzukunft.ch/de wurde 2016 mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis aufgeschaltet. 

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