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Transport & Logistik

Die Migros setzt auf klimafreundliche Warentransporte. Sie unterstützt die Entwicklung zukunftsfähiger Logistiklösungen, verlagert Transporte von der Strasse auf die Schiene und nutzt Mehrweggebinde.

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(Foto: © Jorma Müller)

Klimafreundliche Warentransporte sind ein zentraler Bestandteil der Klima- und Energiestrategie 2020 der Migros-Gruppe. Um ihre Klimaziele zu erreichen, arbeitet die Migros daran, den Anteil der Schienentransporte weiter zu erhöhen, die Emissionen ihrer Lastwagenflotte zu reduzieren und weiterhin einen grossen Anteil Mehrweggebinde einzusetzen. Zudem kooperiert sie mit Forschungseinrichtungen und unterstützt Zukunftsprojekte wie Cargo Sous Terrain. Für Flugtransporte nutzt die Migros ein einzigartiges Kompensationskonzept in Zusammenarbeit mit dem Migros-Partner Myclimate. 

Treibhausgasemissionen reduzieren

Der Genossenschaftliche Detailhandel hat sich zum Ziel gesetzt, zwischen 2010 und 2020 20% weniger Treibhausgase auszustossen. Die Einsparung des Treibstoffverbrauchs trägt zur Erreichung dieses Ziels bei. Mit der Verlagerung von der Strasse auf die Schiene senkt die Migros den CO2-Ausstoss bei ihren Warentransporten. Durch optimale Auslastung und Routenplanung reduziert sie die Fahrkilometer ihrer eigenen LKW-Flotte und jener ihrer Partner. Gleichzeitig setzt die Migros auf LKW mit Abgasnorm Euro 5 und 6, nutzt Biodiesel und testet Elektro-LKW für die Filialbelieferungen in der Stadt Zürich. Weiter arbeitet sie mit Forschungseinrichtungen wie der Empa zusammen, um effiziente Technologien für den ökologischen Warentransport zu entwickeln.

Verteilung von Waren in der Schweiz – bevorzugt per Bahn

Die drei nationalen Verteilzentren der Migros in Neuendorf (SO), Suhr (AG) und Volketswil (ZH), die zehn regionalen Betriebszentralen der Genossenschaften und die meisten Unternehmen der M-Industrie verfügen über eigene Bahnanschlüsse. Als umweltbewusstes Unternehmen setzt die Migros seit Jahrzehnten auf die Bahn. So gelangen die Produkte ab den Migros-Industriebetrieben und den nationalen Verteilzentralen bevorzugt auf der Schien in die regionalen Betriebszentralen. Von dort aus erfolgt die Belieferung der einzelnen Verkaufsstellen in kurzen Lastwagen-Touren. 


Bahntransporte

Im Detailhandel ist die Migros bezüglich Umsatz die Nummer eins im Schienengüterverkehr in der Schweiz. Rund die Hälfte ihrer Gütertransporte zwischen den M-Industrieunternehmen, den nationalen Verteilzentren und den zehn regionalen Betriebszentralen erfolgen per Bahn, die andere Hälfte per LKW. Ausgenommen sind die direkten Belieferungen der Verkaufsstellen, da diese nicht ans Schienennetz angeschlossen sind. 2017 legten Güterwaggons 13.3 Mio. Kilometer für die Migros-Gruppe zurück. Insgesamt wurden 1.4 Mio. Tonnen auf der Schiene transportiert.

Die Migros verlagert laufend weitere Transporte von der Strasse auf die Schiene. Ein Beispiel: 2017 hat die Migros Ostschweiz damit begonnen, die Belieferungen ab dem nationalen Verteilzentrum in Neuendorf vollständig auf die Bahn umzustellen. Seit April 2018 wird die Betriebszentrale der Genossenschaft Migros Ostschweiz ab dem Verteilzentrum in Neuendorf ausschliesslich per Bahn beliefert.


Kombinierter Verkehr

Um die beiden Verkehrsträger Schiene und Strasse intelligent zu verknüpfen, setzt die Migros auch auf den Unbegleiteten Kombinierten Verkehr (UKV). Im UKV werden die Güter in Wechselbehältern oder Sattelaufliegern auf dem längsten Teil der Strecke mit der Bahn transportiert und nur die ersten und letzten Kilometer mit emissionsarmen Lastwagen auf der Strasse zurückgelegt. Dies betrifft hauptsächlich die Belieferung der Verkaufsstellen, da diese nicht ans Schienennetz angeschlossen sind.

Beispielsweise werden die Filialen der Genossenschaft Migros Ostschweiz seit Anfang 2013 mit Tiefkühlprodukten ab dem nationalen Tiefkühllager in Neuendorf im Kombinierten Verkehr (KV) beliefert. Die Migros-eigenen Tiefkühl-Wechselbehälter werden direkt im Anschlussgleis des Tiefkühllagers beladen, per Bahn bis zum Verteilzentrum in Gossau (SG) transportiert und dort auf Lastwagen der Genossenschaft Migros Ostschweiz umgeschlagen, welche dann direkt die Filialen des Genossenschaftsgebiets beliefern. Seit April 2018 werden auch die Filialen der Genossenschaft Migros Tessin analog im Kombinierten Verkehr mit Tiefkühlprodukten ab Neuendorf beliefert. 


Transporte auf der Strasse

Um die Transporte auf der Strasse so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten, verfügen die zehn regionalen Genossenschaften über einen eigenen Fuhrpark mit emissionsarmen Fahrzeugen. 2017 wurden 96% der gefahrenen Kilometer (eigene LKW-Flotten der Migros-Genossenschaften, Verteilzentren und Saviva) mit schadstoffarmen Lastwagen zurückgelegt, welche die strengsten Abgasnormen Euro 5 oder Euro 6 erfüllen. Damit konnten die Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen weiter reduziert werden. Mit kluger Disponierung, treibstoffsparender Fahrweise und dem Einsatz von Biodiesel (Diesel aus Abfällen und Nebenprodukten), werden auch die CO2-Emissionen kontinuierlich gesenkt. Die Genossenschaft Migros Zürich nahm 2017 und 2018 je einen elektrischen 12-Tonnen-LKW in Betrieb und hat damit einen ersten Schritt in Richtung neuer Antriebstechnologien gemacht. 

Bei der Tourenplanung setzt die Migros auf die kollektive Erfahrung der Ameisen. Instinktsicher finden diese in kürzester Zeit den schnellsten Weg von der Futterstelle zurück zum Nest. Eine intelligente Software macht sich diese «Ameisenlogistik» zunutze. Sie verkürzt die Routen von den Verteilzentralen in die Filialen um bis zu 20% und spart damit die entsprechende Menge an Zeit, Kosten und CO2. 

Seit 2017 arbeitet die Migros mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa zusammen, um ökologische Lösungen für den Transport von Waren voranzutreiben. Ziel ist es, neue Antriebskonzepte mit niedrigen CO2-Emissionen zu erforschen und eine Flottenstrategie zu entwickeln. Die Verzahnung von Forschung und Praxis hilft der Migros dabei, ihre Fahrzeugflotte auf modernste CO2-arme LKWs umzustellen. Gleichzeitig profitiert die Empa-Plattform «move» von den Praxiserfahrungen und vom Fachwissen der Migros.

Beschaffung von Waren

Einen grossen Teil der verkauften Lebensmittel bezieht die Migros von ihrer Eigenindustrie. Die meisten Unternehmen der M-Industrie verfügen über Bahnanschlüsse. So können die Waren den grössten Teil der Strecke mit der Bahn transportiert werden. Bei Gütern, welche die Migros von Drittlieferanten bezieht, versucht sie gemeinsam mit den Lieferanten den Transport so umweltschonendend wie möglich zu gestalten. 


Ware aus Europa und Fernost per Bahn

Lieferanten, die ihre Ware an das Migros Verteilzentrum Suhr (MVS) liefern, unterstützt die Migros dabei, den Transport auf die Bahn umzustellen. Zwei Beispiele: Seit 2017 gelangen pro Jahr rund 1000 Paletten Biskuits aus Schottland ab dem Nordseehafen in Belgien per Zug zum MVS und nicht wie früher per LKW. Auch Getränke aus Italien legen seit 2018 den Weg ab Chiasso auf der Schiene zurück. Die Herausforderung bei der Umstellung vom Strassen- auf den Schienentransport besteht darin, dass die reine Transportzeit mit der Bahn länger dauert und sich preislich im Rahmen des Strassentransports bewegen sollte. Zudem erfordert eine Bahnanlieferung eine leicht längere Planungszeit.

Einzelne Güter aus Fernost transportiert die Migros über die Route der Transsibirischen Eisenbahn. 21 Tage dauert die rund 12‘000 Kilometer lange Reise mit der Bahn. Dies ist doppelt so schnell wie ein Containerschiff, halb so teuer wie der Flugtransport und schonend im Umgang mit der Umwelt. Pro Jahr bezieht die Migros etwa 75 Tonnen Güter aus Asien per Bahn. 


CO2-Kompensation von Flugware

Nachhaltige Transporte und geringe Emissionswerte charakterisieren die Ziele der Warentransporte der Migros. Flugtransporte werden von der Migros mit regulierenden Massnahmen der Emissionswerte so nachhaltig wie möglich gestaltet. Die Merkmale bestimmter Waren machen aber die Nutzung der Luftwege unvermeidbar. Diese Transporte werden deklariert und die CO2-Belastung der Produkte transparent gekennzeichnet. Die Migros reguliert sie nicht einfach über den Kauf von Klimazertifikaten. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Myclimate hat die Migros das völlig neuartiges Kompensationskonzept des Insetting entwickelt: Damit gleicht die Migros mit eigenen Nachhaltigkeitsleistungen die Emissionen aus. Ein internes CO2-Pricing legt die Emissionen von Importprodukten in Schweizer Franken fest, die von der Migros in Klimaschutzprojekten in ihren eigenen Wertschöpfungsketten kompensiert werden. Das CO2-Pricing dient auch als Instrument zur Entscheidungsfindung der Beschaffung von Waren.


Strategische Nutzung der Südhäfen

Die Migros baut das Warenvolumen, das über die Mittelmeerhäfen angeliefert wird, weiter aus. Bereits wickelt sie über 50% der Seefracht-Containerladungen über die Südhäfen Genua und La Spezia ab. Dies entspricht über 4'400 Containern pro Jahr. Im Vergleich mit den Seehäfen im Norden Europas, die weiter entfernt sind, verkürzen sich die Transportwege und verringern sich die Emissionen. Migros nutzt die Südhäfen deshalb gezielt und plant, die Mengen der über sie abgewickelten Waren bei mindestens 50% des Volumens beizubehalten. Seit 2015 bündelt sie als einzige Schweizer Detailhändlerin alle Container, die über die Häfen La Spezia und Genua ankommen, und transportiert sie per Bahn zu den Verteilzentren in der Schweiz.

Mehrweggebinde

Die Migros setzt beim Warentransport bevorzugt auf robuste Mehrwegbehälter anstatt auf Einwegkartons. Sie ist die einzige Detailhändlerin in der Schweiz, die in diesem Ausmass Mehrwegbehälter verwendet. Alle Genossenschaften, die Migros-Industriebetriebe und die nationalen Verteilzentren sind an das Mehrwegsystem angeschlossen, hinzu kommen über 1'200 Drittlieferanten im In- und Ausland. Über 8 Mio. Mehrweggebinde stehen im Einsatz. Dadurch spart die Migros beim Warentransport jedes Jahr über 90'000 Tonnen Karton ein.

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