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Palmöl

Seit Jahren setzt sich die Migros für die Produktion von nachhaltigem Palmöl ein. Vor allem die Rodung von schützenswertem Regenwald soll der Vergangenheit angehören.

Frische Palmfrüchte

In vielen verarbeiteten Lebensmitteln aber auch Kosmetika und Körperpflegeprodukten ist Palm- und Palmkernöl enthalten. In Europa werden von den weltweit rund 50 Mio. Tonnen jährlich über fünf Millionen Tonnen verbraucht. Die M-Industrie benötigt jedes Jahr für die industrielle Verarbeitung ihrer Lebensmittelprodukte Palm- und Palmkernöl. Auf Grund seiner Beschaffenheit ist Palmöl- und Palmkernöl in der industriellen Produktion ein begehrter und vielseitig einsetzbarer Rohstoff. Im Vergleich zu anderen Pflanzenölen (z.B. Rapsöl) ist die Ölpalme ertragsreicher und benötigt weniger Anbaufläche. Die Kehrseite: für den Anbau von Ölpalmen werden oft Regenwälder gerodet, Torfmoore zerstört und die Rechte der einheimischen Bevölkerung missachtet. Dagegen setzt sich die Migros seit Jahren tatkräftig ein.

Roundtable on Sustainable Palmoil (RSPO)

Migros gehört zusammen mit dem WWF zu den Gründungsmitgliedern des «Roundtable on Sustainable Palm Oil - (RSPO)». Ziel ist die weltweite Verbesserung der Palmölproduktion. In dieser Organisation sind Repräsentanten von Palmplantagen, der verarbeitenden Industrie, von Sozial- und Umweltorganisationen, Banken und Detailhändlern vertreten. Somit handelt es sich um eine Multistakeholder-Initiative, die bestrebt ist, alle beteiligten Mitglieder der Lieferkette zu integrieren.

Nachhaltiger Anbau gemäss den RSPO Prinzipien und Kriterien bedeutet, dass für die Plantagen ab 2005 kein Tropenwald mehr brandgerodet worden ist, dass die Gesetzte eingehalten werden und gerechte und sichere Arbeitsbedingungen vorherrschen. Auch Forderungen nach Erhalt der Artenvielfalt, minimalem Einsatz von Chemikalien oder nach Landrecht müssen erfüllt sein. Darüber hinaus setzt sich die Migros innerhalb des RSPO für die Weiterentwicklung der Prinzipien und Kriterien ein, u.a. für strengere Richtlinien bezüglich Moorbodenschutz.

Verantwortungsvolles Palmöl bei der Migros

Seit 2008 unterstützt die M-Industrie mit dem Kauf von Zertifikaten die Produktion von nachhaltigem Palmöl. 2011 ging die Migros einen Schritt weiter und beschloss, den Palmölbedarf der M-Industrien nicht mehr über Zertifikate abzudecken, sondern bis 2015 auf die Logistikvariante «Segregated» umzustellen. Dies bedeutet, dass die Industriebetriebe Palmöl bei Schweizer Importeuren und Verarbeitern einkaufen, die physisch nachhaltiges, RSPO-zertifiziertes Palmöl beziehen. Dieses Palmöl ist physisch bis auf die Plantage rückverfolgbar. Damit fördert die Migros den direkten Warenfluss von nachhaltigem Palmöl. Per Ende 2015 hat die M-Industrie das Versprechen eingelöst und 98% ihres Gesamtverbrauchs im Lebensmittelbereich umgestellt. Bei den verbleibenden zwei Prozent handelt es sich um einen kleinen Teil der zugekauften Halbfabrikate, wie beispielsweise Waffeln, die Palmöl enthalten. Diese werden für die Produktion von Glacés verwendet. Diese Restmenge entsprecht auch den RSPO-Anforderungen, aber ist noch nicht physisch rückverfolgbar. Aktuell prüft die Migros aber auch deren Umstellung.

Dank diesem Engagement hat die Migros im neusten Palmöl-Rating des WWF die Bestnote erreicht und nimmt weltweit unter den 137 befragten Unternehmen einen Spitzenplatz ein.

Zusätzliche Kriterien

Das Palmöl, welches die Migros-Industrie direkt selber in der Lebensmittelproduktion verarbeitet, beschafft sie bei Lieferanten in der Schweiz. Dabei werden die Produzenten unserer Lieferanten zusätzlich zur RSPO-Zertifizierung von der unabhängigen Organisation The Forest Trust (TFT) regelmässig auf weiterführende Kriterien überprüft. Diese beinhalten u.a. kein Anbau auf Torfböden und ein Wassermanagement. Damit gehen wir klar über die Vorgaben von RSPO hinaus.

Im Non-Food Bereich, wo Palm- und Palmkernöl beispielsweise in Kosmetika verwendet wird, herrschen andere Voraussetzungen als im Lebensmittelbereich. Die Umstellung auf die Logistikvariante «Segregated» ist aus verschiedenen Gründen komplex. Beispielsweise ist der Aufbau einer eigenen Lieferkette für das Palmkernöl durch die vielseitige Weiterverarbeitung zu Derivaten schwierig. Der Verarbeitungsgrad ist im Vergleich zum Palm- und Palmkernöl in den Lebensmittel viel höher. Diese Mengen werden übergangsweise vollständig über die RSPO Logistikvariante Book&Claim (Greenpalm-Zertifikate) abgedeckt.

Nach der erfolgreichen Umstellung auf physisch nachhaltiges Palmöl in der Lebensmittelproduktion der Eigenindustrie, wird die Migros auch bei den verbleibenden Drittlieferanten die Umstellung einfordern. Auch in Zukunft setzt sich die Migros für nachhaltiges Palmöl im Lebensmittelbereich und im Near-Non-Food ein. Sie evaluiert zur Zeit weitere Initiativen.

Verschiedene Logistikvarianten des RSPO – Wege zertifizierten Palmöls von der Plantage bis zum Produkt:

  • Identity Preserved (IP): Strikte physische Trennung von zertifiziertem Palmöl verschiedener Plantagen; die Ware wird in der Mühle nicht gemischt.
  • Segregation (SG): Getrennter Warenfluss von zertifiziertem und konventionellem Öl. Enthält physisch nachhaltiges Palmöl einer oder mehrerer RSPO-zertifizierter Plantagen.
  • Mass Balance (MB): Kontrolliertes Vermischen von zertifiziertem und konventionellem Palmöl.
  • Book and Claim (B&C): Online-Handel mit Zertifikaten zur Unterstützung des Anbaus von nachhaltigem, RSPO-zertifiziertem Palmöl. Kein physisch nachhaltiges Palmöl im Endprodukt enthalten.
Vater mit Kind auf den Schultern

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