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Zusammenarbeit mit der Forschung

Die Migros arbeitet mit verschiedenen Forschungsinstituten zusammen und unterstützt Pilotprojekte – zum Beispiel mit dem Ziel, die Gesundheit von Nutztieren zu verbessern. Hier eine Auswahl aktueller Projekte.

Hühner

Pflanzliche Heilmittel für Jungtiere

Bei Erkrankungen von Ferkeln und Kälbern werden heute in der Nutztierhaltung häufig Antibiotika zur Behandlung eingesetzt. Bei korrekter Dosierung könnten Arzneipflanzen und Naturstoffe eine vielversprechende Alternative darstellen, vor allem bei der Therapie und Prophylaxe von Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) untersucht in Zusammenarbeit mit der Migros die prophylaktische und therapeutische Wirkung von ausgewählten Arzneipflanzen und Naturstoffen.

Ein weiteres Projekt des FiBL– ebenfalls durch die Migros unterstützt – befasst sich mit dem Immunsystem von jungen Fischen. Fische haben nach dem Schlüpfen noch kein ausgebildetes Immunsystem und erwerben dieses erst im Kontakt mit Krankheitserregern. Dabei können mitunter hohe Verluste unter den Jungfischen durch Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze auftreten. Mittels immunstimulierenden Futterergänzungsmitteln wie zum Beispiel Insektenmehl (Chitin), sekundären Pflanzeninhaltsstoffe (Saponin) oder Rotalgen (Porphyran) können die Krankheitsabwehr und die Stressresistenz der Jungfische positiv beeinflusst werden.

Zweinutzungshuhn

Die Hühnerzucht hat sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr auf Legehennen oder auf Masthühner spezialisiert. Die Konsequenz: Männliche Küken aus der Legehennenzucht sind für die Mast nicht geeignet. Dies einerseits aufgrund des langsamen Wachstums und des damit verbundenen hohen Futterverbrauchs, andererseits wegen des geringen Anteils an Brustfleisch. Aus diesem Grund werden die männlichen Küken meist mit CO2 betäubt und dann getötet. Der Branche bieten sich aktuell zwei Lösungsansätze an:

  • Die Geschlechtsbestimmung im Ei befindet sich im Forschungsstadium. Bis zur Entwicklung der Verfahrens und zur Praxistauglichkeit werden voraussichtlich noch einige Jahre vergehen.
  • Etwas weiter ist die Forschung bei den Zweinutzungsrassen. Bei der Beurteilung dieser Option sind neben den ethischen Überlegungen aus Sicht der Nachhaltigkeit auch Themen wie die Ressourceneffizienz zu bewerten. Aktuell unterstützt die Migros einen Versuch am Aviforum im Bereich Kombihühner. Hier werden Herden von Kombihühnern am Aviforum sowie auf Schweizer Bauernhöfen gehalten und wissenschaftlich untersucht.

Kälbermast ohne Antibiotika

In der modernen Kälbermast ist der Einsatz von Antibiotika hoch. Junge Kälber müssen systembedingt bereits im Alter von wenigen Wochen mehrere Ortswechsel durchmachen. Dieser Stress und das Zusammentreffen von Tieren aus unterschiedlichen Herkunftsbetrieben machen die Kälber besonders anfällig für Krankheiten. Die Migros unterstützt ein Forschungsprojekt der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern und der IP-Suisse mit dem Ziel, die Tiergesundheit in der Kälbermast zu verbessern und damit den Einsatz von Medikamenten und Antibiotika auf ein Minimum (Ausnahmefälle) zu reduzieren. Beim Label TerraSuisse wurde der Einsatz von sogenannten Reserveantibiotika in der Kälbermast bereits eingeschränkt.

Eiweiss «Swiss made»

Nutztiere auf Schweizer Bio-Betrieben müssen zu 100 Prozent mit Bio-Futtermitteln gefüttert werden. Die Schweizer Produktion deckt derzeit aber nur etwa 3 Prozent des Proteinbedarfs für Biofuttermittel ab. Als Haupteiweissträger wird Bio-Soja aus Übersee importiert. Ein Verzicht auf Sojaimporte ist nicht nur aus Gründen der Ressourcenschonung wünschenswert – auch die Anforderungen an die Produktqualität schränken die Proteinversorgung mit Soja ein. Um den inländischen Anteil an Futtermitteln langfristig zu erhöhen, unterstützt die Migros ein Projekt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL). Der Fokus des Projekts liegt einerseits auf der Förderung und Entwicklung von alternativen pflanzlichen Eiweissträgern. Andererseits werden Versuche durchgeführt, wie tierische Proteine (zum Beispiel von Schlachtnebenprodukten) oder andere Eiweissquellen (zum Beispiel Brot mit abgelaufenem Verkaufsdatum) aufbereitet und wiederverwertet werden können.

Förderung der Bio-Fischzucht

Bei der Bio-Fischzucht ist die Tiergesundheit und Haltung eine Herausforderung. Die Migros unterstützt ein Forschungsprojekt des FiBL mit dem Ziel, die Zuchtbedingungen für Bio-Fisch in der Schweiz zu verbessern. Neben der generellen Steigerung der Bio-Fischproduktion sollen die Haltungsvorgaben optimiert und der Einsatz von chemisch-synthetischen Medikamenten reduziert werden. 

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