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Grundanforderungen bei der Migros

Das Wohl der Tiere ist für die Migros ein wichtiges Anliegen. Deshalb gelten für alle ihre Lieferanten strenge Anforderungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Nutztieren.

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In der Schweiz sind Tierwohl-Vorschriften gesetzlich umfassend verankert und durch das Tierschutzgesetz sowie die Tierschutzverordnung sichergestellt. Die Anforderungen in der Schweiz gehören zu den strengsten weltweit. Deshalb achtet die Migros wann immer möglich bei Fleisch, Milchprodukten und Eiern auf Schweizer Herkunft. Beim Rind-, Kalb und Schweinefrischfleisch stammen über 90% aus inländischer Produktion. Bei Molkereiprodukten wie Milch oder Joghurt ist der Anteil an inländischen Produkten nahezu 100%, bei Frischeiern sind es 90%. Auch in der Gastronomie ist der Anteil an Schweizer Fleisch sehr hoch: Seit Anfang 2015 bietet die Migros in ihren Restaurants und Take-Aways Rind-, Kalb-, Schweine- und Pouletfleisch ausschliesslich aus der Schweiz an

Um die hohen Schweizer Tierwohl-Standards im gesamten Sortiment – also auch bei Importprodukten – zu garantieren, hat die Migros auf Basis der Schweizer Gesetzgebung und in Zusammenarbeit mit externen Fachleuten wie zum Beispiel dem Schweizer Tierschutz (STS) pro Tiergattung verbindliche Richtlinien zu den folgenden fünf Kernthemen definiert:

  • Tierhaltung
  • Tiergesundheit
  • Fütterung
  • Lebendtier-Transport
  • Schlachtung

Diese Richtlinien gelten für sämtliche in der Migros verkauften Lebensmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch, Eier und Milchprodukte – unabhängig davon, aus welchem Herkunftsland die Produkte stammen. Bis Ende 2020 müssen sämtliche Lieferanten der Migros diese Anforderungen erfüllen. Bereits heute hat die Migros zusammen mit ihren Lieferanten im Ausland erfolgreiche Projekte realisiert.

Grundsätze im Detail

Bei jeder Tierart sind unterschiedliche Kriterien wichtig, um einen artgerechten Umgang mit den Tieren sicherzustellen. Nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Grundsätze der Migros:

Stallbeschaffenheit: Alle Tiere müssen in einem tiergerechten Umfeld gehalten werden und stets genügend Platz haben. Die Tiere dürfen nicht dauerhaft angebunden sein. Kälber und Milchkühe müssen einen Liegebereich zur Verfügung haben, der mit Stroh oder einem anderen verformbaren Material ausgestattet ist. Bei Milchkühen müssen kalbende Tiere in einem genügend grossen Abteil untergebracht werden, in dem sie sich frei bewegen und in Ruhe ihr Kalb zur Welt bringen können. Bei Legehennen ist wichtig, dass ihr Stall gut eingestreut und mit Sitzstangen sowie Legenestern ausgestattet ist. Pro Quadratmeter dürfen maximal zehn Hennen gehalten werden.

Futter und Wasser: Allen Tieren muss regelmässig und ausreichend Futter und Wasser zur Verfügung stehen.

Witterungsschutz: Es muss ein geeigneter Witterungsschutz vorhanden sein.

Natürlicher Tag-/Nachtrhythmus: Die Räume, in denen sich die Tiere überwiegend aufhalten, müssen genug Tageslicht erhalten, so dass eine künstliche Beleuchtung nicht nötig ist. Bei Geflügel muss ein natürlicher Tag-/ Nachtrhythmus eingehalten werden mit einer Dunkelphase von mindestens acht Stunden am Stück.

Kontakt mit Artgenossen: Tiere, die in Gruppen leben, sollen angemessene Sozialkontakte mit Artgenossen haben. Dies gilt zum Beispiel für Kälber.

Beschäftigungsmöglichkeiten: Alle Tiere müssen artenspezifische Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Wenn beispielsweise Schweine sich mit Stroh oder Heu beschäftigen können, lassen sie ihre Artgenossen in Ruhe und verletzen diese nicht. Dasselbe gilt auch für Sandbäder bei Legehennen.

Analog des Schweizer Tierschutzgesetzes verbietet die Migros den Einsatz von leistungsfördernden Substanzen wie Hormonen oder Antibiotika bei allen ihren Lieferanten im In- und Ausland. Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika ist ebenfalls verboten. Bei kranken Tieren darf Antibiotika nur streng kontrolliert durch den Tierarzt und nach den Vorschriften der Schweizer Tierarzneimittelverordnung verwendet werden. Kranke Tiere müssen ihrem Zustand entsprechend versorgt und untergebracht werden. Im Umgang mit Nutztieren gilt weiter:

  • Entsprechend der Schweizer Gesetzgebung verbietet die Migros das Coupieren der Schnäbel und Flügel bei Geflügel sowie das Coupieren der Schwänze bei Schweinen, Rindern und Pferden. Bei Ferkeln ist das Abklemmen oder Abschleifen der Zähne verboten.
  • Schmerzverursachende Eingriffe wie die Kastration oder das Enthornen sind generell nur unter Schmerzausschaltung durch eine Fachperson erlaubt.
  • Die Hufe von Rindern und Pferden müssen regelmässig gepflegt werden.

Die Migros legt grossen Wert auf eine artgerechte Fütterung. Bei Kälbern zum Beispiel ist es wichtig, dass sie regelmässig Raufutter wie Heu erhalten, da sie ansonsten unter Eisenmangel leiden. Kälbern und Lämmern, die mehr als zwei Wochen alt sind, muss daher ein geeignetes Raufutter zur Verfügung stehen, das die Rohfaser- und Eisenversorgung gewährleistet. Auch bei Zuchtsauen wird auf eine faserreiche Ernährung geachtet. Kaninchen müssen täglich mit grob strukturiertem Futter wie Heu oder Stroh versorgt werden sowie ständig Objekte zum Nagen zur Verfügung haben. 

Seit 2009 verfügt die Migros über eine GVO-Richtlinie für Lebensmittel. Garantiert aus Produktion mit GVO-freier Fütterung stammt Schweizer Fleisch, Geflügel, Eier und Milch sowie alle Produkte aus dem Ausland, die ein Label wie zum Beispiel Migros Bio tragen. Bei Kaninchen-, Truten- und Pouletfleisch aus Ungarn sowie Wurstwaren der Marke Beretta aus Italien ist die GVO-freie Fütterung ebenfalls sichergestellt. Insgesamt stammen in der Migros über 85% der Produkte tierischen Ursprungs von Tieren, die GVO-frei gefüttert wurden.

Als Gründungsmitglied des «Soja Netzwerk Schweiz» achtet die Migros zudem darauf, dass das in der Schweiz für die Nutztierfütterung eingesetzte Soja aus verantwortungsbewusster Produktion stammt. Derzeit liegt der Importanteil an verantwortungsbewusst produziertem Soja für Futtermittelzwecke in der Schweiz bei rund 94 Prozent.

  • Die Fahrtzeit von lebenden Tieren darf maximal 6 Stunden dauern.
  • Die Tiere müssen während der gesamten Transportzeit genügend Platz, eine ausreichende Luftzufuhr sowie einen geeigneten Witterungsschutz haben.
  • Stress und Hektik sind während des gesamten Transports zu vermeiden, die Tiere dürfen nicht gewaltsam getrieben werden.
  • Der Transport wird bei den Labelprodukten regelmässig vom Schweizer Tierschutz (STS) begleitet und kontrolliert.
  • Alle Wirbeltiere müssen vor der Schlachtung betäubt werden.
  • Im Schlachthof muss ein Tierarzt bzw. eine ausgebildete Fachperson anwesend sein, welche die Tiere bei der Annahme kontrolliert und sicherstellt, dass die Betäubung fachgerecht umgesetzt wird.
  • Vor der Schlachtung ist ein ruhiger Umgang mit den Tieren ohne Hektik sicherzustellen.
  • Die Förderanlagen müssen so gestaltet sein und so betrieben werden, dass Schmerzen und Verletzungen vermieden werden.
  • Die Schlachtung wird bei Labelprodukten regelmässig vom Schweizer Tierschutz (STS) kontrolliert.

Micarna SA: Ein Vorzeigebetrieb in Sachen Tierwohl

Die Migros bezieht rund drei Viertel ihres Schweizer Frischfleisches von der Micarna SA, einem Unternehmen der M-Industrie. Der Micarna ist das Tierwohl ein besonders wichtiges Anliegen und sie gilt mit ihren Standards als Vorzeigebetrieb in der Schweiz.

Bei der Micarna wurde die gesamte Gestaltung der Schlachthöfe mit Vertretern des STS und der Forschung geplant. Für Schweine sind beispielsweise in der Ankunftszone folgende Massnahmen mit beruhigender Wirkung umgesetzt: Die Flächen steigen in Laufrichtung immer an, das Licht wird dem Verhalten der Tiere angepasst und es wird beruhigende Musik gespielt. Zudem werden die Schweine in ihren vertrauten Gruppen belassen und ihnen steht permanent Wasser zur Verfügung. Zur Kühlung sind Duschanlagen in Betrieb, denn die Tiere können nicht schwitzen. Die Mitarbeitenden werden jährlich von Experten im Umgang mit Schlachttieren geschult. 

Die Schlachttiere dürfen nur vom Tierhalter selbst oder von speziell ausgebildeten Personen mit dem nötigen Fachkundenausweis transportiert werden. Zusätzlich überwacht die Micarna SA die Tiertransportzeiten stichprobenweise.


Kontrolle der Lieferanten

Damit die Einhaltung der Gesetze in der Schweiz gewährleistet werden kann, lässt die Migros regelmässig unabhängige Kontrollen durchführen. Zusätzlich führt sie bei Problemfällen gezielt unangemeldete Inspektionen vor Ort durch. Werden bei einer Kontrolle Mängel festgestellt, wird im Anschluss ein verbindlicher Massnahmenplan zur Verbesserung vereinbart. Falls der Lieferant diese Massnahmen wiederholt nicht umsetzt, führt dies zu Sanktionen bzw. zur Beendigung der Geschäftsbeziehung. Damit auch bei importierten Produkten sichergestellt werden kann, dass die Tierwohl-Anforderungen eingehalten werden, hat die Migros eigens dafür ein Kontroll- und Zertifizierungsprogramm aufgebaut. Die Firma ProCert in Bern zertifiziert jährlich die gesamte Wertschöpfungskette bei tierischen Produkten betreffend Tierwohl und Rückverfolgbarkeit.

Um Rückstände von Tierarzneimitteln auszuschliessen werden bei allen Schweizer Produkten von Gesetzes wegen Untersuchungen durch einen Amtstierarzt oder Kantonschemiker durchgeführt. 


6 Fakten zum Frischfleisch in der Migros – inkl. Import

  • 100% der Masthühner werden nach Schweizer Tierschutz-Standard gehalten, gefüttert, transportiert und geschlachtet (z.B. natürlicher Tag-/Nachtrhythmus, Transportzeit maximal 8 Stunden)
  • 100% der Truten haben Zugang zu einem Aussenklimabereich, das Coupieren der Schnäbel ist verboten
  • Bei 99% der Schweine beträgt die Transportzeit unter 8 Stunden
  • 100% der Kaninchen werden nach Schweizer Tierschutzgesetz gehalten, d.h. leben in tiergerechten Gehegen mit Beschäftigungsmöglichkeiten
  • 100% der inländischen Lämmer haben regelmässigen Auslauf ins Freie (RAUS)
  • 80% der inländischen Kälber leben in Gruppenhaltung auf Stroh mit Auslauf ins Freie (RAUS) und werden mit Vollmilch und Heu gefüttert. Dadurch wird ein Eisenmangel verhindert und ihr Immunsystem gestärkt


Tierwohl-Grundsätze für Non-Food-Produkte 

Nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Produkte wie Leder, Daunen und Felle hat die Migros verbindliche Beschaffungsgrundsätze definiert. Diese gelten für Eigenmarken und Fremdmarken. 

Echtpelz
Die Migros ist Mitunterzeichnerin der Fur Free Alliance und verbietet dementsprechend für alle ihre Produkte den Einsatz von Echtpelz. Ausnahmen sind Schaf- und Lammfelle internationaler Herkunft sowie Kaninchenfelle aus der Schweiz unter der Voraussetzung, dass die Tiere nicht ausschliesslich für die Pelzproduktion gehalten wurden. 

Unter Pelz versteht die Migros analog der Definition vom Schweizer Tierschutz STS («Zusicherungserklärung pelzfreies Unternehmen» von 2011) jegliche Tierhaut oder Teile davon mit Haaren von Tieren, die nur zu diesem Zweck getötet werden - sei dies unverarbeitet oder verarbeitet. Pelz beinhaltet nicht:

  • Solche Felle, die zu Leder verarbeitet werden oder werden sollen oder bei denen bei der Verarbeitung das Haar, die Schur oder die Pelzfasern vollständig entfernt wurden oder entfernt werden sollen.
  • Von Tieren geschorene oder gekämmte Materialien, Schur, Schaffell, Shealing-Lammhaut.
  • Haut, an der Leder oder Haare befestigt sind, die normalerweise als Leder verwendet wird., z.B. Rindsleder mit befestigten Haaren.
  • Synthetische Materialien, die wie Pelz aussehen sollen. 

Merinowolle
Sämtliche Lieferanten von Wollprodukten müssen mit anerkannten Zertifikaten nachweisen, dass sie auf Mulesing verzichten. Als Mulesing wird das schmerzhafte Entfernen eines Hautlappens rund um den Schwanz von Schafen bezeichnet. Dieses Verfahren wird bei der Merinoproduktion insbesondere in Australien angewendet, um den Befall der Tiere mit Fliegenmaden zu verhindern.

Angora
Die Migros lehnt den Lebendrupf bzw. das Ausreissen der Haare bei lebenden Kaninchen ab. Auch die Haltungsbedingungen von Angorakaninchen entsprechen nicht den Tierwohl-Anforderungen der Migros. Deshalb verzichtet sie auf den Bezug von Produkten mit Haaren von Angorakaninchen.  

Leder 
Die Migros verkauft keine Lederprodukte von gefährdeten oder illegal gewilderten Arten. Alle Lieferanten müssen abklären, ob die Tierart, von welcher das Leder stammt, auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) steht und die Migros über die Tierart, die Herkunft und den Aufzuchtzweck informieren. 

Daunen
Für die Migros ist der Lebendrupf aus Sicht Tierwohl nicht vertretbar, auch wenn er zum Zeitpunkt der Mauser durchgeführt wird. Daher führt sie ausschliesslich Daunenprodukte im Sortiment, die aus Totrupf stammen. Gleichzeitig verbietet sie auch das Rupfen von Tieren aus Stopfmast. Alle Lieferanten müssen den Verzicht auf Lebendrupf mit einem von der Migros anerkannten Zertifikat belegen. 

Haushalts- und Kosmetikprodukte
Bei Medikamenten und Alltagschemikalien - dies beinhaltet auch Wasch - und Reinigungsmittel, Baumaterialien, Farben, Lacke, Kosmetik und Körperpflegeprodukte - setzt die Migros primär auf Inhaltsstoffe ohne neue Substanzen und minimiert so Tierversuche. Auf Produktebene verzichtet sie auf nicht gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche. 

Gruppenweite Mindestanforderungen

Für alle Unternehmen der Migros-Gruppe gelten seit 2011 eine Reihe von sozialen und ökologischen Mindestanforderungen. Für Produkte tierischen Ursprungs gilt:

  • Frischeier und verarbeitete Eier: keine Eier aus Käfighaltung oder Kleingruppenhaltung
  • Daunenprodukte: keine Verarbeitung von Federn, die aus Lebendrupf stammen
  • Kaninchen (Frischfleisch und verarbeitete Produkte): Haltung und Fütterung nach Schweizer Gesetzgebung

Labels für mehr Tierwohl

Zusätzlich fördert die Migros auch Label-Produkte, welche die gesetzlichen Anforderungen übersteigen und bei denen eine besonders tierfreundliche Haltung im Zentrum steht.

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