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Der Schutz der Meere zählt

Wie die Migros ein Fisch-Sortiment aus 100% nachhaltigen Quellen garantiert und verantwortungsvollen Fischfang stark macht: von Spanien bis in die Malediven.

Die Gefahr der Überfischung

Fisch und Meeresfrüchte sind auf dem Speiseplan beliebter denn je: Über 20 Kilogramm – mehr als das Doppelte des Schweizer Durchschnitts – werden pro Kopf und Jahr weltweit konsumiert. Die Folgen des kulinarischen Trends zeigen sich in der zunehmenden Überfischung, welche das Meer und deren Lebewesen bedroht. 58.1% der kommerziell genutzten Fischbestände sind am maximalen Limit befischt, 31.4% deutlich überfischt und gewisse Fischarten bereits stark gefährdet. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Meer, wie ihn die Migros garantiert, hat daher grosse Dringlichkeit.

Weltweiter Fischfang pro Jahr

Fischerboot
Netz
Fischen Fischen Fischen Fischen
67,2 Mio.t

Fischbestände auf offener See

Status der weltweiten Fischbestände anteilig in Prozent

13%
50%
37%
moderat oder wenig befischt
am biologischen Limit befischt
überfischt oder bereits erschöpft
Quelle Infografiken: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO 2016)
Beifang: eine unnötige Belastung

Eine dramatische Folge von rücksichtslosen, nicht selektiven Fangmethoden und unkontrollierter Fischerei ist der so genannte Beifang. Dazu zählen alle Tiere, die in den Fangnetzen oder -vorrichtungen hängenbleiben, von den Fischereien aber grösstenteils nicht weiterverarbeitet werden. Die hohen Beifang-Raten sind ein zentrales Problem der grossflächigen, kommerziellen Fischerei und bringen das Ökosystem unnötig aus dem Gleichgewicht: Es kommen nebst Fischen und Schildkröten auch zahlreiche Vögel und Delfine zu Schaden. Wichtig ist daher ein nachhaltiges Fischerei-Management, das nebst den Fangmethoden auch die Fangmengen reguliert und so die Bestände schont.

40%

aller Fänge sind gemäss einer Schätzung der Umweltorganisation WWF von 2009 Beifang.

Das Engagement der Migros

WWF Logo

Von der Frischtheke über die Selbstbedienung bis zu den Konserven: Seit September 2016 stammen alle Fische in der Migros aus nachhaltigen Quellen, die gemäss WWF als empfehlenswert oder akzeptabel eingestuft werden. Die Grundlagen für dieses wichtige Etappenziel wurden 2001 geschaffen, als die Migros als erste Schweizer Detailhändlerin MSC-zertifizierte Fische ins Sortiment nahm. Mit dem Beitritt zur WWF Seafood Group im Jahr 2008 verpflichtete sich die Migros verbindlich dazu, keine vom Aussterben bedrohten Fische mehr zu verkaufen und ihr Sortiment schrittweise umzustellen. Gemeinsam mit Verantwortlichen der Seafood Group wurden nachhaltigere Lösungen für Fische aus stark überfischten Beständen gesucht oder – wo es keine Alternativen aus ökologisch intakten Beständen gab – Anpassungen im Sortiment vorgenommen.

Fischtheke in der Migro

Dank grossen Anstrengungen, anhaltendem Dialog und intensiver Projektarbeit vom Mittelmeer bis in den Indischen Ozean konnte Migros die Umstellung auf 100% nachhaltige Quellen bereits vier Jahre eher als geplant abschliessen.

Auf Eis ausgelegte Fische
100%

aus verantwortungsvollen Quellen

«Pole & Line» auf den Malediven

Die Beweggründe

Thunfische werden vielerorts mit Ringwadennetzen gefangen. Die von den grossen Hochseeschiffen eingesetzten Netze können bis zu 2 Kilometer lang und 200 Meter tief sein. Nebst Thunfisch werden oftmals auch Meeresschildkröten, Delfine, Haie oder sogar Wale als Beifang gefangen. Mit selektiven Fangmethoden und einem verantwortungsvollen Fischereimanagement lässt sich dies vermeiden und ein Schritt hin zur nachhaltigen Fischerei machen.

Nachhaltige Tradition, neu gefördert

«Pole & Line» heisst soviel wie «Angelrute & Leine» und bezeichnet das traditionelle Fischen mit einer Angelrute. Die Methode ist äusserst selektiv, kann Beifang praktisch ausschliessen und schont die Meeresumgebung. Mit dieser Motivation hat sich die Migros am Aufbau eines «Pole & Line»-Projekts für Skipjack Thunfisch auf den Malediven beteiligt. Inzwischen gilt die Angelfischerei auf dem Inselstaat als Paradebeispiel und beweist, dass sich eine Umstellung auf nachhaltige Fischerei für die Umwelt auszahlt.

Fischer beim Fischen mit Angel und Rute auf den Malediven

Der Thunfisch rund um die Malediven wird traditionell mit der Angel und mit lokalen Fischen als Ködern gefischt. Dabei simulieren die Fischer mittels künstlich erzeugter Wasserstrudel Schwärme von potentiellen Beutefischen, um die Thunfische anzulocken.

Ein Grossteil der Fische wird nach dem Fang gleich vor Ort weiterverarbeitet. So werden Arbeitsplätze geschaffen und die regionale Wirtschaft gestärkt.

Arbeiterinnen beim Verarbeiten des frischen Thunfisches
Arbeiter beim Abfüllen der Thunfisch-Dosen

Kantabrische Sardellen-Fischerei

Die Beweggründe

Im nordspanischen Kantabrien hat die Sardellen-Fischerei eine lange Tradition. Vor zehn Jahren sah sich die europäische Fischereikommission jedoch gezwungen, ein Sardellen-Fangverbot zu verhängen: Die Bestände im Kantabrischen Meer waren überfischt und drohten zu kollabieren. Aufgrund des Verbotes konnten sich die Populationen viel rascher als erwartet erholen. Unter der Voraussetzung eines nachhaltigeren Fischerei-Managements und tieferen Fangquoten wurden die Fischgründe 2010 wieder freigegeben.

Qualität mit Verantwortung

Sardellen aus dem Kantabrischen Meer gelten als die besten der Welt. Entsprechend fasste die Migros das Ziel, die kulinarischen Vorzüge der Sardellen mit einer noch nachhaltigeren Fischerei zu verbinden. So reisten die Migros-Verantwortlichen im Jahr 2013 nach Spanien. Der Dialog mit der Regionalregierung, den Fischereizünften und den Verarbeitern war ausgiebig, intensiv – und erfolgreich: Aufgrund der geführten Diskussionen konnte die lokale Fischerei dazu bewegt werden, den MSC-Zertifizierungsprozess zu durchlaufen. Seit Mitte 2015 unterliegt nun die ganze Wertschöpfungskette der kantabrischen Sardellen-Fischerei, vom Fischerboot über die Verarbeitungsbetriebe bis hin zur Migros, dem strengen MSC-Standard. Dieser basiert auf drei zentralen Prinzipien: Schutz der Fischbestände, minimale Auswirkungen auf das Ökosystem und verantwortungsvolles und effektives Management.

MSC-zertifizierte Sardellen

Immer mehr Fischer aus der Region teilen die Überzeugung, dass sich die strikten MSC-Massnahmen und Zusatzaufwände zugunsten einer intakten Umwelt lohnen. In diesem Wertewandel gründet der besondere Erfolg des Projektes. Denn er schafft die Basis für gesunde Fischbestände mit Zukunft.

Fischer beim Sortieren der Fischernetze

Fisch-Guide

Bewusst einkaufen

Planen Sie Fisch & Meeresfrüchte als erlesene Delikatesse im Speiseplan ein: Kaufen Sie aus nachhaltiger Quelle ein, um die Umwelt zu schonen.

Mit gutem Gewissen geniessen

Fisch & Meeresfrüchte aus der Migros können Sie zu 100% mit gutem Gewissen geniessen. Nicht nur die Label-Produkte sondern das gesamte Sortiment der Migros kommen aus nachhaltigen Quellen. Dazu gehören auch verarbeitete Produkte wie Thonsalat, Brotaufstriche oder Sushi.

Orientierungshilfe WWF

Nicht nur mit einem Fischratgeber informiert WWF über verantwortungsvollen Konsum. Die Umweltorganisation hat auch die Herkunft aller Fische und Meeresfrüchte der Migros basierend auf wissenschaftliche Informationen geprüft: Produkte, die ein Nachhaltigkeits-Label wie MSC, Migros-Bio oder ASC tragen, werden von WWF als «empfehlenswert» eingestuft. Migros-Produkte ohne Label gelten je nach Herkunft als «empfehlenswert» oder «akzeptabel».

Versprechen

Wir versprechen, dass bis 2020 unser Fischangebot aus nachhaltigen Quellen stammt.

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