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Schweizer Tierwohlstandards im Ausland etablieren

Bis 2020 setzt die Migros die Mindestanforderungen der Schweizer Tierschutzvorgaben auch für Importprodukte voraus. Erfahren Sie, welche Erfolge im Ausland die Migros bereits verbuchen kann und welche Kriterien dabei massgebend sind.

Die Ausgangslage

Die Migros setzt auf regionale Produkte und verkauft zu einem hohen Anteil Schweizer Fleisch. Bei gewissen Produkten wie Kaninchen, Truten-, Poulet- oder Lammfleisch ist das einheimische Angebot zu klein und die Migros auf Importe angewiesen.

Kühe im Stall fressen aus dem Futtertrog

Anteil des Schweizer Fleisches

Prozentanteil Schweizer Fleisch an den 4 meistverkauften Frischfleischsorten:

Auch wenn es nur einen geringeren Prozentanteil betrifft, birgt der Import tierischer Produkte doch Herausforderungen: Die Standards bei der Tierhaltung sind im Ausland meist tiefer als in der Schweiz. Entsprechend besteht das Ziel, in Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten das Schweizer Niveau zu erreichen.

Das Engagement der Migros im Ausland

Um die Haltungsbedingungen der Tiere im Ausland zu verbessern, hat die Migros im Jahr 2013 eine ambitionierte Strategie erarbeitet: Bis 2020 müssen ausländische Milch-, Eier- und Fleischproduzenten der Migros ihren Betrieb soweit umgestellt haben, dass sie die Schweizer Vorgaben erfüllen. Die Migros befindet sich zurzeit mitten in der Umstellungsphase und arbeitet beim Entwickeln der Anforderungen je Tiergattung wie auch bei der Umsetzung im Ursprungsland eng mit externen Partnern wie dem Schweizer Tierschutz (STS) zusammen. Gleichzeitig ist der Dialog mit den ausländischen Produzenten entscheidend, um gemeinsam praxistaugliche Lösungen zu definieren. Tiergattungen mit einem grossen Import-Anteil beziehungsweise einem hohem Risiko für schlechte Haltungsbedingungen hat die Migros mit erster Priorität behandelt – und bereits erste wichtige Meilensteine erreicht.

Tierwohl-Meilensteine in Europa

Poulet

Poulet

Seit 2015 stammt das gesamte frische Import-Pouletfleisch in der Migros von Tieren, die gemäss der Schweizer Tierschutzverordnung gehalten werden.

Neben Poulet aus Ungarn, Deutschland und Italien, welches die Vorgaben erfüllt, kommt nun auch solches aus Frankreich. Dass sich die Anstrengungen über das Migros-Sortiment hinaus lohnen, beweist die französische Poulet-Produktion: Nach einer intensiven Beratungsphase des französischen Lieferanten, konnten die Verantwortlichen dazu bewegt werden, den gesamten Schlachtbetrieb den Schweizer Tierschutznormen anzupassen. Davon profitieren nicht nur die Migros-Poulets, sondern auch die Poulets für andere Abnehmer. Im Vergleich zur EU-Norm verfügen die Hühner über 30 bis 40 Prozent mehr Platz im Stall sowie über Tageslicht.

Map Poulet
Schwein

Schwein

Der italienische Traditionsbetrieb Beretta produziert seine Wurstwaren aus Schweinefleisch seit 2015 nach Schweizer Tierschutzvorschriften.

Während rund zwei Jahren hat die Migros gemeinsam mit engagierten Bauern Oberitaliens die notwendigen Anpassungen vorgenommen. Seit 2015 steht den Schweinen mehr Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung und es herrschen Lichtverhältnisse, die den Tieren einen normalen Tages- und Nachtrhythmus erlauben. Mit den Tierwohl-Massnahmen bei Beretta ist die Migros die erste Schweizer Detailhändlerin, die importierte Schweinefleisch Charcuterie Spezialitäten gemäss den Schweizer Tierschutzvorgaben produzieren lässt.

Map Schwein
Truten

Truten

Alle frischen und tiefgefrorenen Truten-Produkte aus Ungarn und Deutschland erfüllen die Mindestbestimmungen des Schweizer Tierschutzes.

Die Migros hat in den vergangenen Jahren sämtliche Betriebe in Ungarn, Deutschland sowie neuerdings auch in Frankreich umbauen lassen: Anstelle der EU-Norm von maximal 10’000 Tieren pro Stall ist die in der Schweiz geltende Obergrenze von 3700 Tieren etabliert worden. Mit Massnahmen wie der Einführung von erhöhten Sitzflächen, Wintergärten oder dem vergrösserten Platzangebot pro Tier haben sich die Haltungsbedingungen der Truten deutlich verbessert. Allein in Ungarn optimierte die Migros über 30 Ställe nach den Vorgaben der Schweizer Tierschutzverordnung.

Map Truten
Kaninchen

Kaninchen

Das gesamte aus dem Ausland stammende Kaninchen-Sortiment der Migros erfüllt die Schweizer Tierschutzbestimmungen.

Zusammen mit dem Lieferant aus Ungarn hat die Migros in Ungarn ein tiergerechtes Haltungssystem für Kaninchen aufgebaut, das den Schweizer Vorgaben entspricht und einen klaren Fortschritt gegenüber der europa- und weltweiten Kaninchenkäfighaltung ausmacht. Die Kaninchen haben beispielsweise zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten und mehr Platz zur Verfügung. Eine Innovation ist die Familienhaltung: Die Geschwister leben von Geburt an zusammen, wodurch die Rangkämpfe, die oft zu gravierenden Bissverletzungen führen, ausbleiben.

Map Kaninchen
Wasserbüffel

Wasserbüffel

Die Migros steht im Dialog, um in einem nächsten Schritt die Zuchtbedingungen von italienischen Wasserbüffeln zu verbessern.

In Italien wird ein grosser Teil des Büffelmozarellas produziert. Die Migros hat zusammen mit Experten des Schweizer Tierschutzes die italienischen Büffelfarmen begutachtet und Massnahmen definiert, um die Haltungsbedingungen der Tiere nach dem Schweizer Tierschutzgesetz anzupassen: Das Projekt ist bereits gestartet und auf Kurs, um bald auch die Büffelmilch-Produkte umgestellt zu haben.

Map Wasserbüffel
Poulet

Poulet

Schwein

Schwein

Truten

Truten

Kaninchen

Kaninchen

Wasserbüffel

Wasserbüffel

Kriterien für eine tiergerechte Haltung

Folgende Kriterien müssen ausländische Betriebe bei der Umstellung auf die Schweizer Tierschutzstandards erfüllen. Sie sollen ab 2020 für alle Fleischprodukte in der Migros geltend sein.

Haltung

Die Tiere müssen artgerecht behandelt werden und über genügend Platz verfügen. Neben dem Schutz vor Witterung sind Tageslicht und Frischluft zwingend erforderlich.

Tiergesundheit

Die Produzenten verpflichten sich kranke Tiere zu pflegen und bei Bedarf einen Tierarzt beizuziehen. Gleichzeitig soll der Medikamenteneinsatz auf ein Minimum beschränkt bleiben.

Fütterung

Es werden eine artgerechte Fütterung und ein freier Zugang zu Wasser vorausgesetzt. Wachstumsfördernde Substanzen (inkl. Antibiotika und Hormone) und gentechnisch veränderte Organismen im Futter sind nicht erlaubt.

Transport

Die Produzenten müssen bei Tiertransporten eine möglichst kurze Transport-Dauer, genügend Platz für die einzelnen Tiere, ausreichende Luftzufuhr und Witterungsschutz gewährleisten.

Schlachtung

Nebst Betäubungssicherheit bei der Schlachtung sind ein ruhiger Umgang und das Verhindern von Angst oder Schmerz Pflicht.

Fleisch-Guide: Das können Sie tun

  • Konsumieren Sie Fleisch bewusst und sorgfältig ausgewählt.
  • Achten Sie auf die Herkunft und ziehen Sie Schweizer Fleischprodukte den ausländischen vor.
  • Nehmen Sie die besonderen Mehrwehrte der Label-Produkte der Migros zur Kenntnis.
Eine grüne Weide, darauf ein Lamm, links davon das Alplamm-Label
Alplamm: Lämmer direkt von der Alp
Eine grüne Wiese im Hintergrund, davor das Terra Suisse-Label
TerraSuisse: 100% Schweizer Fleisch, regelmässiger Auslauf ins Freie
TerraSuisse Wiesenmilch: 100% Schweizer Milch, basierend auf Wiesenfutter
Hühner im Hintergrund, davor das Optigal-Label
Optigal: 100% Schweizer Fleisch und Auslaufhaltung
Eine grüne Weide im Hintergrund, davor das Weide-Beef-Label
Bio Weide-Beef / Weide Beef: 100% Schweizer Rindfleisch aus Weidehaltung

Versprechen

Wir versprechen, bis 2020 die hohen Schweizer Tierwohl-Standards auch bei all unseren Produkten aus dem Ausland einzuführen.

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