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Status des Versprechens: Tierwohl-Standards im Ausland

Wir versprechen, bis 2020 die hohen Schweizer Tierwohl-Standards auch bei all unseren Produkten aus dem Ausland einzuführen.
Versprechen nicht auf Kurs.
Versprechen nicht auf Kurs.

Fortschritt pro Tiergattung per 30.06.2018

Seit Beginn des Versprechens 2013 konnte die Migros bereits in verschiedenen ausländischen Betrieben wichtige Verbesserungen erzielen. Je nach Tiergattung gestaltet sich die Umstellung auf die schweizerischen Tierschutzstandards jedoch unterschiedlich. Bei einigen Arten konnte die Umsetzung bisher nicht wie geplant stattfinden, weshalb der Fortschritt des Versprechens per Mitte 2018 insgesamt nicht auf Kurs ist. Nachfolgend der aktuelle Stand pro Tiergattung:

Das importierte frische Pouletfleisch wird vollumfänglich von Lieferanten aus Frankreich, Ungarn und Deutschland bezogen, welche nach den in der Schweiz geltenden Tierschutzvorgaben produzieren. Beim tiefgekühlten Pouletfleisch und bei Charcuterieprodukten ist die Umstellung gemeinsam mit den Lieferanten derzeit in Arbeit.

Das importierte Kaninchenfleisch in der Migros stammt vollumfänglich aus Ungarn. Dort setzt die Migros zusammen mit ihren Lieferanten eine Kaninchenhaltung nach Schweizer Tierschutzvorgaben um.

Die Migros stellt bis Ende 2020 sämtliche in- und ausländischen Schaleneier auf Freilandhaltung um. Mit dieser Haltungsform geht sie über die Schweizer Tierwohlvorschriften hinaus. Auch die Umstellung bei verarbeiteten Produkten mit Eiern (gemäss Geltungsbereich, siehe weiter unten) ist auf Kurs.

Zusammen mit einem lokalen Produzenten hat die Migros in Spanien in den letzten Jahren eine Pferdehaltung nach Schweizer Vorbild aufgebaut. Die letzten Anpassungen werden momentan umgesetzt.

Seit Juni 2018 verkauft die Migros nur noch Büffelmozzarella von Wasserbüffeln, die nach den strengen Schweizer Tierwohlvorschriften gehalten werden.

Das gesamte frische Trutenfleisch wird von Lieferanten aus Ungarn und Frankreich bezogen, welche nach den in der Schweiz geltenden Tierschutzvorgaben produzieren. Zusätzlich schreibt die Migros hier die besonders tierfreundliche Stallhaltung (BTS) vor und geht damit sogar über die Schweizer Gesetzgebung hinaus. BTS bedeutet, dass sämtliche Truten Zugang zu einem Aussenbereich haben, einem sogenannten «Wintergarten». Zudem wurden einzelne Tiefkühlprodukte umgestellt, wie zum Beispiel ganze Truten für Festtage.

Bei Edelstücken wie Rindsfilet schreitet die Umstellung auf die Schweizer Tierschutzvorgaben wie geplant voran. Bei verarbeiteten Produkten hingegen, dazu zählt etwa Hackfleisch, ist die Zielerreichung eine grosse Herausforderung. Der Grund ist die Vielzahl der involvierten Bauernhöfe. Zwar lässt sich bis zum einzelnen Hof zurückverfolgen, woher das Fleisch stammt. Da aber auch das Fleisch von Milchkühen verarbeitet wird, müssten auch Milchwirtschaftsbetriebe im Ausland auf die Schweizer Normen umgestellt werden. Dies ist aus technischen Gründen nicht möglich (vergleiche Milchprodukte).

Aktuell wird kein Kalbfleisch importiert. Zu Spitzenzeiten, etwa rund um Weihnachten, ist die Nachfrage nach Edelstücken vom Kalb aber besonders hoch und übersteigt das Angebot an Schweizer Fleisch. Ist dies der Fall, ist der Import teilweise erlaubt. Diese Beschränkung macht es unmöglich, die Schweizer Tierschutzvorgaben bei den ausländischen Lieferanten umzusetzen. Die Kosten für die Umstellung sind bei den geringen Fleischmengen für alle Beteiligten zu hoch. Solche Projekte gelingen nur dann, wenn eine kontinuierliche Lieferung von Waren sichergestellt ist.

Das Schweinefleisch für die Charcuterieprodukte des Herstellers Beretta wird nach Schweizer Tierschutzvorgaben produziert, weitere Produzenten werden folgen. Eine vollständige Umstellung auch beim Frischfleisch ist schwerlich möglich, da sehr viele verarbeitete Produkte betroffen sind. Der Fokus liegt nun auf der Umstellung einzelner Hersteller, die in die Migros liefern.

Die Molkereiprodukte der Migros stammen fast zu 100 Prozent aus der Schweiz. Beim Käse führt die Migros neben vielen Schweizer Käsesorten auch Käsespezialitäten aus anderen Ländern wie Frankreich im Sortiment. Die vollständige Umstellung auf Schweizer Tierschutzvorgaben wird beim Käse nicht gelingen. Die Milch für den Käse stammt von vielen unterschiedlichen Bauernhöfen und Käseproduzenten. Eine Anpassung an die Schweizer Tierschutzvorschriften würde für sie bedeuten, dass sie die Milch, welche für die Migros bestimmt ist, von der restlichen Milch trennen und separat verarbeiten müssten. Dazu sind viele Käseproduzenten wegen der hohen Kosten und der gleichzeitig geringen Menge nicht bereit. Deshalb wird die Migros die Schweizer Tierwohlstandards nur mit einzelnen Lieferanten umsetzen können. Dies gilt sowohl für Produkte aus Kuhmilch wie auch aus Schaf- und Ziegenmilch.

Die Projekte wurden erst vor kurzem gestartet, deshalb sind Aussagen betreffend der Umsetzbarkeit zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.

Weitere Informationen zum aktuellen Stand lesen Sie im Migros-Magazin vom 13.3.2017: «Nahe am Ziel» (PDF)

Mehr Infos

Die Migros verkauft überwiegend einheimisches Fleisch, insbesondere Rind-, Kalb- und Schweinefleisch stammen hauptsächlich aus der Schweiz. Bei anderen Nutztieren ist das Unternehmen aber wegen des zu kleinen einheimischen Angebots auf Importe angewiesen, wie zum Beispiel bei Truten-, Lamm- oder Pouletfleisch. Die Vorgaben im Ausland zu Haltung, Gesundheit, Fütterung, Transport und Schlachtung sind in der Regel nicht auf dem hohen Niveau der Schweiz. Deswegen hat sich die Migros 2013 folgendes Ziel gesteckt: Bis 2020 werden auch alle Partner der Migros im Ausland verpflichtet, die hohen Schweizer Tierwohl Anforderungen in der Produktion umzusetzen. Der Stand der Umsetzung wird zweimal jährlich überprüft.

Konkrete Anforderungen in fünf Bereichen 

Je nach Tierart definiert die Migros in Zusammenarbeit mit externen Experten welche Anforderung im Bereich der Tierhaltung, Tiergesundheit, Fütterung, Transport und bei der Schlachtung erfüllt werden müssen. Danach setzt sie die Veränderungen gemeinsam mit den Partnern über die ganze Wertschöpfungskette hinweg um und organisiert unabhängige Kontrollen.

Im Rahmen des Kontroll- und Auditsystems werden die Betriebe der gesamten Wertschöpfungskette betreffend Tierwohl und Rückverfolgbarkeit jährlich von externen Kontrollstellen zertifiziert. Dieses Kontroll- und Zertifizierungsprogramm wurde in Zusammenarbeit mit der Organisation ProCert aufgebaut.

Geltungsbereich des Versprechens

Das Tierwohl-Versprechen umfasst sämtliche Lebensmittel der Eigen- und Fremdmarken in den Migros-Supermärkten sowie in Migros-Take-Aways und Migros Restaurants.

Folgende Artikel fallen unter das Tierwohl-Versprechen:

  • Ausländisches Fleisch und Fleischwaren sämtlicher Tiergattungen aus Zucht, sofern der Anteil am Produkt grösser als 20 Prozent ist, sowie sämtliche Fertiggerichte, Lasagnen, gefüllte Teigwaren und Pizzen mit ausländischem Fleisch.
  • Ausländische Milch und Milchprodukte (Käse und Molkereiprodukte) aus Kuh-, Büffel-, Schaf- und Ziegenmilch, sofern der Anteil am Produkt mehr als 50 Prozent ausmacht.
  • Ausländische Eier und Eiprodukte von Legehennen, sofern der Anteil am Produkt grösser als 50 Prozent ist sowie sämtliche Eierteigwaren und Mayonnaisen mit ausländischen Eiern. 

Nicht unter das Versprechen fallen:

  • Artikel mit Rohstoffen aus Fisch. Begründung: Die Migros führt seit 2016 nur noch Fisch und Meeresfrüchte im Sortiment, die gemäss WWF als empfehlenswert oder akzeptabel eingestuft werden. Mehr dazu im Generation-M-Versprechen Fisch.
  • Tiernahrung sowie Produkte und Nebenprodukte tierischen Ursprungs des Near/Non-Food-Bereichs (zum Beispiel Leder oder Daunen). Begründung: Für diese Produkte gibt es separate Vorgaben, Details siehe PDF «Fachdokumentation Tierwohl».