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Status des Versprechens: Tierwohl-Standards im Ausland

Wir versprechen, bis 2020 die hohen Schweizer Tierwohl-Standards auch bei all unseren Produkten aus dem Ausland einzuführen.

Versprechen nicht auf Kurs.

Fortschritt pro Tiergattung per 31.12.2016

Seit Beginn des Versprechens 2013 konnte die Migros bereits in verschiedenen ausländischen Betrieben wichtige Verbesserungen erzielen. Je nach Tiergattung gestaltet sich die Umstellung auf die schweizerischen Tierschutzstandards jedoch unterschiedlich. Bei einigen Arten konnte die Umsetzung bisher nicht wie geplant stattfinden, weshalb der Fortschritt des Versprechens per Ende 2016 insgesamt nicht auf Kurs ist. Nachfolgend der aktuelle Stand pro Tiergattung:

Das importierte frische Pouletfleisch wird vollumfänglich von Lieferanten aus Frankreich, Ungarn und Deutschland bezogen, welche nach den in der Schweiz geltenden Tierschutzvorgaben produzieren. Beim tiefgekühlten Pouletfleisch und bei Charcuterieprodukten ist die Umstellung gemeinsam mit den Lieferanten derzeit in Arbeit.

Das gesamte frische Trutenfleisch wird von Lieferanten aus Ungarn und Frankreich bezogen, welche nach den in der Schweiz geltenden Tierschutzvorgaben produzieren. Beim tiefgekühlten Trutenfleisch und bei Charcuterieprodukten ist die Umstellung derzeit in Arbeit.

Das importierte Kaninchenfleisch in der Migros stammt vollumfänglich aus Ungarn und Frankreich. Dort setzt die Migros zusammen mit ihren Lieferanten eine tiergerechte Kaninchenhaltung nach Schweizer Tierschutzvorgaben um.

Derzeit ist die Migros noch in Verhandlung mit ihren Lieferanten. Die Umstellung auf das Niveau der Schweizer Tierschutzvorgaben ist aktuell in Arbeit, die Aussichten sind sehr gut.

Fachleute der Migros haben die Betriebe von potenziellen Lieferanten in Europa begutachtet und die letzten Anpassungen werden aktuell umgesetzt.

Noch im Verlauf dieses Jahres werden die Migros-Lieferanten die Schweizer Tierschutzvorgaben voraussichtlich erfüllen. Der Schweizer Tierschutz STS hat die Betriebe bereits begutachtet.

Bei Edelstücken wie Rindsfilet schreitet die Umstellung auf die Schweizer Tierschutzvorgaben wie geplant voran. Bei verarbeiteten Produkten hingegen, dazu zählt etwa Hackfleisch, ist die Zielerreichung eine grosse Herausforderung. Der Grund ist die Vielzahl der involvierten Bauernhöfe. Zwar lässt sich bis zum einzelnen Hof zurückverfolgen, woher das Fleisch stammt. Da aber auch das Fleisch von Milchkühen verarbeitet wird, müssten auch Milchwirtschaftsbetriebe im Ausland auf die Schweizer Normen umgestellt werden. Dies ist aus technischen Gründen nicht möglich (vergleiche Milchprodukte).

Aktuell wird kein Kalbfleisch importiert. Zu Spitzenzeiten, etwa rund um Weihnachten, ist die Nachfrage nach Edelstücken vom Kalb aber besonders hoch und übersteigt das Angebot an Schweizer Fleisch. Ist dies der Fall, ist der Import erlaubt. Diese Beschränkung macht es unmöglich, die Schweizer Tierschutzvorgaben bei den ausländischen Lieferanten umzusetzen. Die Kosten für die Umstellung sind bei den geringen Fleischmengen für alle Beteiligten zu hoch. Solche Projekte gelingen nur dann, wenn eine kontinuierliche Lieferung von Waren sichergestellt ist.

Das Schweinefleisch für die Charcuterieprodukte des Herstellers Beretta wird nach Schweizer Tierschutzvorgaben produziert, weitere Produzenten werden folgen. Eine vollständige Umstellung auch beim Frischfleisch ist schwerlich möglich, da sehr viele verarbeitete Produkte betroffen sind. Der Fokus liegt nun auf der Umstellung einzelner Hersteller, die in die Migros liefern.

Die Molkereiprodukte der Migros stammen fast zu 100 Prozent aus der Schweiz. Beim Käse führt die Migros nebst vielen Schweizer Käsesorten auch Käsespezialitäten aus anderen Ländern wie Frankreich. Die vollständige Umstellung auf Schweizer Tierschutzvorgaben wird beim Käse nicht gelingen. Die Milch für den Käse stammt von zahlreichen verschiedenen Bauernhöfen, die oft um ein Vielfaches grösser sind als in der Schweiz. Eine Anpassung an Schweizer Vorschriften nur für die Migros würde sich für sie kaum lohnen, da zum Beispiel die Käsehersteller die Milch für den Migros-Käse separat verarbeiten müssen, wozu sie wegen der hohen Kosten und der geringen Menge nicht bereit sind. Zudem sind die Unterschiede in der Tierhaltung  zwischen In- und Ausland geringer als bei anderen Tiergattungen. Deshalb wird die Migros die Schweizer Tierwohlstandards nur mit einzelnen Lieferanten umsetzen können.

Die Projekte wurden erst vor kurzem gestartet, deshalb sind Aussagen betreffend der Umsetzbarkeit zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.

Weitere Informationen zum aktuellen Stand lesen Sie im Migros-Magazin vom 6.3.2017: "Nahe am Ziel" (PDF)

Mehr Infos

Die Migros verkauft überwiegend einheimisches Fleisch, insbesondere Rind-, Kalb- und Schweinefleisch stammen hauptsächlich aus der Schweiz. Bei anderen Nutztieren ist das Unternehmen aber wegen des zu kleinen einheimischen Angebots auf Importe angewiesen, wie zum Beispiel bei Truten-, Lamm- oder Pouletfleisch. Die Vorgaben im Ausland zu Haltung, Gesundheit, Fütterung, Transport und Schlachtung sind in der Regel nicht auf dem hohen Niveau der Schweiz. Deswegen hat sich die Migros 2013 folgendes Ziel gesteckt Bis 2020 werden auch alle Partner der Migros im Ausland verpflichtet, die hohen Schweizer Tierwohl Anforderungen in der Produktion umzusetzen. Der Stand der Umsetzung wird zweimal jährlich überprüft.

Konkrete Anforderungen in fünf Bereichen 

Je nach Tierart definiert die Migros in Zusammenarbeit mit Experten wie dem Schweizer Tierschutz STS, welche Anforderung im Bereich der Tierhaltung, Tiergesundheit, Fütterung, Transport und bei der Schlachtung erfüllt werden müssen. Danach setzt sie die Veränderungen gemeinsam mit den Partnern über die ganze Wertschöpfungskette hinweg um und organisiert unabhängige Kontrollen.
Im Rahmen des Kontroll- und Auditsystems werden die Betriebe der gesamten Wertschöpfungskette betreffend Tierwohl und Rückverfolgbarkeit jährlich von externen Kontrollstellen zertifiziert. Dieses Kontroll- und Zertifizierungsprogramm wurde in Zusammenarbeit mit der Organisation ProCert aufgebaut.

Geltungsbereich des Versprechens

Das Tierwohl-Versprechen umfasst sämtliche Lebensmittel der Eigen- und Fremdmarken in den Migros-Supermärkten sowie in Migros-Take-Aways und Migros Restaurants.

Folgende Artikel fallen unter das Tierwohl-Versprechen:

  • Ausländisches Fleisch und Fleischwaren sämtlicher Tiergattungen aus Zucht, sofern der Anteil am Produkt grösser als 20 Prozent ist, sowie sämtliche Fertiggerichte, Lasagnen, gefüllte Teigwaren und Pizzen mit ausländischem Fleisch.
  • Ausländische Milch und Milchprodukte (Käse und Molkereiprodukte) aus Kuh-, Büffel-, Schaf- und Ziegenmilch, sofern der Anteil am Produkt mehr als 50 Prozent ausmacht.
  • Ausländische Eier und Eiprodukte von Legehennen, sofern der Anteil am Produkt grösser als 50 Prozent ist sowie sämtliche Eierteigwaren und Mayonnaisen mit ausländischen Eiern. 

Nicht unter das Versprechen fallen:

  • Artikel mit Rohstoffen aus Fisch. Begründung: Die Migros führt seit 2016 nur noch Fisch und Meeresfrüchte im Sortiment, die gemäss WWF als empfehlenswert oder akzeptabel eingestuft werden. Mehr dazu im Generation-M-Versprechen Fisch.
  • Tiernahrung sowie Produkte und Nebenprodukte tierischen Ursprungs des Near/Non-Food-Bereichs (zum Beispiel Leder oder Daunen). Begründung: Für diese Produkte gibt es separate Vorgaben, Details siehe PDF "Fachdokumentation Tierwohl".